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Inkontinenzhilfsmittel

Die Prävalenz der Harninkontinenz ist stark altersabhängig. Im jungen Erwachsenenalter kommt die Krankheit kaum vor, bei den über 80-Jährigen leidet knapp ein Drittel darunter. In Deutschland sind über vier Millionen Menschen harninkontinent. Frauen sind drei- bis viermal so oft betroffen wie Männer. Wegen der demografischen Entwicklung wird die Prävalenz bis zum Jahr 2030 auf mehr als vier Millionen inkontinente Senioren ansteigen.

Gemäß einer 1996 durchgeführten Stichprobe ist das Problem auch in der ärztlichen Praxis ausgesprochen häufig: Bei Allgemeinärzten litten 56 Prozent der über 50-jährigen Patienten an Harninkontinenz. Ein beachtlicher Teil von ihnen erhält keine adäquate Therapie. Der Hauptgrund dafür: Sie sprechen das Tabuthema Inkontinenz beim Hausarzt gar nicht an. In dieser Untersuchung waren es knapp 45 Prozent der Inkontinenten, die sich mehr oder weniger gut selbst behalfen, aber nicht ihren Arzt um Rat fragten. Besonders ausgeprägt war dieses Verhalten bei den 50- bis 70-Jährigen. Gerade für diese Gruppe steht inzwischen eine Vielzahl von operativen und konservativen Therapieoptionen zur Verfügung.

Trotzdem wird weiterhin der Einsatz von Inkontinenzhilfen oft unumgänglich sein. Knapp 90 Prozent der Patienten mit therapierefraktärer Inkontinenz werden mit aufsaugenden Einmalprodukten versorgt. Die Qualität dieser Produkte konnte in den letzten Jahren deutlich verbessert werden. Selbst kleine und unauffällige Produkte können heute Betroffenen viel Sicherheit und Schutz bieten.