Bild: © Otto Bock Healthcare GmbH, Duderstadt

Prothesen der unteren Extremitäten

Verfeinerte Operationstechniken und rasante technische Fortschritte haben zu beeindruckenden Spitzenleistungen in der Prothetik geführt. Bei den Paralympics 2000 in Sydney wurde anschaulich demonstriert, was junge und motivierte Prothesenträger vollbringen können. Wenn Oberschenkelamputierte die 100-Meter-Strecke in weniger als 13 Sekunden laufen, fällt es schwer,von Behinderung zu reden.

Leider sind dies die Ausnahmen, denn die Grundkrankheiten der meisten Amputierten lassen derartige Reha-Erfolge nicht zu. Laut einer dänischen Studie – für Deutschland liegen keine repräsentativen Daten vor – sind 87 Prozent der Beinamputationen durch arterielle Durchblutungsstörungen bedingt. Die Patienten sind überwiegend älter und werden oft durch Auswirkungen ihrer Grundkrankheit – wie zum Beispiel Diabetes – zusätzlich eingeschränkt. So sind etwa acht von zehn Gefäßpatienten zum Zeitpunkt der Amputation herzinsuffizient. Damit ist klar, dass die Prothesenversorgung höchst unterschiedlichen Ansprüchen genügen muss.

Orthopädie-Techniker und Hersteller haben dementsprechend viele Versorgungsmöglichkeiten entwickelt. Grundlage für die Auswahl ist die Ermittlung des Mobilitätsgrades, den der Patient nach seiner Genesung voraussichtlich erreichen wird. Einen wesentlichen Aspekt bringt folgende Erkenntnis auf den Punkt: „Die Amputation ist nicht das Ende, sondern der Beginn einer Therapie.“ Im Gegensatz zur Operation ist nämlich die Nachbehandlung meist eine langwierige Sache. Optimale Ergebnisse gelingen nur gut funktionierenden Reha-Teams. Einen wichtigen Beitrag leisten dabei Orthopädie-Techniker.